Ausgangspunkt war ein überraschendes Einladungsschreiben der Klägerin an unsere Mandantin gerichtet. Es unterbreitete eine Einladung zum Casting und Fotoshooting zwecks Suche für Statisten und Komparsen für den Bereich Film, Werbung und TV-Shows.

Während dieser Veranstaltung wurde unsere Mandantin dazu überredet, einen Anzeigenauftrag für € 498,00 zu unterschreiben. Es wurden dann mehrere einfache Lichtbilder gefertigt, die die Klägerin dann in ihrem Internetauftritt als Modelangebot einstellte.

Das Amtsgericht Stuttgart hat entgegen einer sonst üblichen Praxis der Amtsgerichte in einer Vielzahl vergleichbarer Fälle entschieden, dass es sich vorliegend um eine Verkaufsveranstaltung, bzw. Freizeitveranstaltung handle. Unsere Mandantin hatte sehr schnell nach dem Abschluss dieser Veranstaltung ihren Anzeigenauftrag widerrufen. Diesen Widerruf würdigend hatte das Amtsgericht Stuttgart erklärt, dass gemäß § 355 BGB ein Vertrag nicht zustande gekommen ist und kein Zahlungsanspruch der Klägerin besteht. Die Klage wurde abgewiesen (Amtsgericht Stuttgart, Az. 3 C 4010/14 vom 29.12.2014).

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